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Ein Artikel von Stefan Wolf und dessen Blick auf die möglichen Ursachen der Pogrome.

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Einleitung:

Es ist erst einige Wochen her, als mitten in Deutschland, in Halle, ein Mann mit einem Gewehr versuchte, in eine voll besetzte Synagoge zu gelangen. Hätte er es geschafft die Tür aufzubrechen, hätte dies höchstwahrscheinlich den Tod dutzender jüdischer Menschen zur Folge gehabt. Es hätte eines der größten Massaker im modernen Deutschland werden können. Zwei Menschen wurden leider an diesem Tag dennoch von dem besagten Mann erschossen. Es ist ein dringlicher Weckruf an die Gesellschaft, der nicht überhört werden darf.

In Amerika verbirgt laut dem American Jewish Committee bereits jeder dritte Jude seinen Glauben aus Angst. Und in Deutschland hat der Antisemitismus einen neuen Höhenflug erreicht, wonach laut einer neuen Studie 27 Prozent der Bevölkerung antisemitische Gedanken hegen. Schon lange ist es überfällig, sich genauer mit der Thematik des Judenhasses zu befassen. Interessanterweise haben Wladimir Megre und Anastasia dieses Thema bereits in Band 6 und Band 7 der Anastasia-Buchreihe ausführlich besprochen.

Im siebten Band der Anastasia-Buchreihe schreibt Wladimir Megre:

“Übergriffe auf Juden finden seit Jahrtausenden statt, und ich bin in meinen Berichten immer bemüht, ausschließlich historische Fakten ohne eine subjektive Bewertung zu verwenden.

Ich verfolge dabei nur ein Ziel – die Vermeidung des nächsten, in verschiedenen Ländern gleichzeitig geplanten großflächigen Übergriffs auf die Juden.

Der nächste Pogrom kann wesentlich größere Ausmaße annehmen als der letzte Übergriff auf die Juden durch das nationalsozialistische Deutschland. Doch der nächste Angriff ist vorprogrammiert. Es gibt nur eine Rettung – ein ausreichendes Maß an Verständnis der Ursachen von früheren Pogromen und die rechtzeitige Einleitung von vorbeugenden Maßnahmen.” (1) 

Welche Menschen oder Gruppen sind es eigentlich, die derart großen Hass auf Juden entwickeln? Und was sind die von Megre angesprochenen „Ursachen der Pogrome“ und was „die vorbeugenden Maßnahmen“?

Volker Beck von den deutschen Grünen stellte klar, dass Antisemitismus in (fast) allen Lagern zu finden sei, als er sagte: “Antisemitismus ist nicht das Problem eines Milieus sondern wir haben ihn rechts, links, in der Mitte der Gesellschaft. Und wir haben ihn im muslimischen, im christlichen und im atheistischen Milieu.” (2)

Die Konsequenz von 40 Jahren Wüste

Im sechsten Band der Anastasia-Buchreihe wird in Anknüpfung an die Bibel beschrieben, wie Moses die Juden 40 Jahre lang durch die Wüste geführt hatte und diese dabei eine sehr schreckliche, naturfremde Zeit durchmachten.

„Vierzig Jahre führt er die Menschen von einem Ende der Wüste zum anderen. Die Helfer des Priesters halten ständig Predigten, sprechen vom auserwählten Volk und zwingen es, Städte zu bekämpfen und zu plündern und alles in Seinem Namen, im Namen Gottes.“ – Anastasia Band 6, Kapitel 6

Laut Anastasia wollte Jesus seinem Volk, dem jüdischen Volk, helfen und es aus seinem Albtraum erwecken. Er konnte seine Leute jedoch nicht mit Vernunft und Weisheit erreichen, so sah er sich dazu gezwungen, eine okkulte Religion zu erschaffen. Tatsächlich war Jesus‘ Botschaft ursprünglich also nur für die Juden gedacht, nicht für alle Menschen, was auch aus der Bibel klar hervorgeht. Jesus wird darin zitiert: „Ich bin nur gesandt zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel“. (Matthäus 15:24)

Doch was bedeuten die Worte: „Ich bin nur gesandt zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel“? Warum war die Lehre Christi nur für die Juden gedacht? Und warum hielt Jesus das jüdische Volk für verloren?

Anastasia sagt uns dazu: „Ich versichere dir, Wladimir, Jesus hatte verstanden, dass im Laufe der vierzigjährigen Programmierung in der Wüste Sinai der größte Teil des jüdischen Volkes in einen hypnotischen Schlaf gefallen war. Dieser Teil und Moses selbst wurden zum Werkzeug in den Händen des Oberpriesters. Sie waren seine Soldaten, die er verpflichtete, zur Befriedigung seiner eigenen Ruhmsucht, die Macht über die Menschen der ganzen Erde zu ergreifen.“

– Anastasia Band 6, Kapitel 6 (Übersetzung wurde von mir leicht präzisiert)

Das sind für manche vielleicht heftig anmutende Worte von Anastasia, die im deutschen Sprachraum wohl mitunter dazu beigetragen haben dürften, dass die Bücher von manch oberflächlichen Lesern als „antisemitisch“ abgestempelt wurden. Den Großteil eines Volkes als „programmierte Soldaten“ zu bezeichnen, ist tatsächlich äußerst gewagt. Doch was, wenn es den Tatsachen entspricht?

Und ist es nicht sogar so, dass auch quasi JEDER Mensch, der in der heutigen modernen Welt aufgewachsen ist, als „programmiert“ bezeichnet werden könnte? Wer ist denn nicht programmiert in dieser heutigen technokratischen Scheinwelt? Und sind nicht viele von uns „Soldaten“ dieses Systems? In Wirklichkeit, sind wir doch ALLE seit Kindheitsjahren programmiert, d.h. indoktriniert worden! Das betrifft die Ernährung genau so, wie viele nicht hinterfragte Werte und Überzeugungen, die wir bereits als Kind in uns aufsogen.

Eine angebliche „Schuld der Juden“ liegt im Auge des Betrachters

Anastasia führt in jenem Kapitel, nachdem sie einige geschichtlich bekannte Pogrome auflistet, darunter auch den schrecklichen Holocaust, der Millionen jüdischen Menschen das Leben kostete, weiter aus:

„Ich habe nur die Daten der furchtbaren Pogrome angeführt, die du selbst in der von Menschen geschriebenen Geschichte nachlesen kannst. Neben diesen Daten hatte das jüdische Volk viele Konflikte. Jeder einzelne davon ist natürlich weniger bedeutend als die Allen bekannten. Aber wenn man die Vielzahl der kleinen Konflikte zu einem zusammenlegt, dann erweist er sich als vom Ausmaß her noch nie da gewesen und grausamer als der grausamste.

Da das schon mehr als ein Jahrtausend geschieht, könnte man den Schluss ziehen, dass das jüdische Volk vor den Menschen Schuld hat. Aber worin besteht die Schuld? Die Historiker, die alten wie die neuen, sprechen davon, dass sie Verschwörungen gegen die Macht anzettelten. Dass sie versuchten, alle zu betrügen, vom Jungen bis zum Alten. Von einem, der nicht sehr reich sei, versuchten sie, wenigstens etwas wegzunehmen, und bei einem Reichen seien sie bestrebt, ihn ganz und gar zu ruinieren. Das wird durch die Tatsache belegt, dass viele Juden wohlhabend sind und sogar auf Regierungen Einfluss nehmen können.“ – Anastasia Band 6, Kapitel 6 (Übersetzung wurde von mir leicht präzisiert)

Bei dieser Stelle prangerten manche Kritiker an, was das denn soll, dass Anastasia hier von „Schuld“ sprechen würde. Ich sehe es jedoch als passend an, dass von Schuld gesprochen wird. Es geht nämlich darum was ANDERE denken (und nicht was Anastasia denkt) und diese nehmen z.B. Schuld bei den Juden wahr, auch wenn dies eine falsche Vorstellung ist. In der englischen Übersetzung von John Woodsworth ist es besser verständlich, dort heißt es: „If something like that has happened throughout the millennia, one could conclude that the Jewish people are to be blamed in people’s eyes.“

Doch selbst wenn die deutsche Übersetzung hier vielleicht zu Missverständnissen geführt hat, so wird von Anastasia durch folgende Aussagen im darauf folgenden Paragraphen das Ganze in einen sehr weitsichtigen und wohlwollenden Kontext gebracht:

„Es gibt aber eine Frage, die du dir selber stellen solltest. Inwiefern ist derjenige selbst gerecht, der von den Juden betrogen wurde? Derjenige, der Reichtum angehäuft hat, hat er ihn ausschließlich ehrlich erworben? Und derjenige an der Macht, ist er denn klug genug, wenn er mit Leichtigkeit betrogen werden kann? Zudem sind die meisten Herrscher abhängig, und gerade die Juden zeigten das mit aller Deutlichkeit. Über dieses Thema kann man lange diskutieren, aber die Antwort ist einfach:In der okkulten Welt leben alle durch Betrug.Also lohnt es sich überhaupt, zu bewerten, wer mehr hat als die anderen?“

Über die Wichtigkeit, bestimmte Aussagen im Kontext zu sehen

Wie wir an diesem Beispiel sehen können, ist es gerade bei sensiblen Themen äußerst wichtig, nicht nur eine einzelne Passage zu zitieren (wie das in zahlreichen Hetzberichten getan wurde), sondern die Zitate stets in ihrem Kontext zu bringen, damit man es richtig verstehen kann. Es sollte klar sein, dass in vielen bedeutenden Büchern dieser Welt, sich Aussagen finden, die isoliert einen gänzlich anderen Eindruck vermitteln, als wenn man diese im Kontext betrachtet.

Wenn man den Inhalt der Anastasia Bücher jedoch als Ganzes betrachtet, wird meiner Meinung nach offensichtlich, dass es in Bezug auf Antisemitismus darum geht, den Feinden der Juden klar zu machen, dass diese Feindschaft unnötig ist, und dass vereinfacht gesagt, das gemeinsame Gärtnern, also das Schaffen von Familienlandsitzen, den Frieden bringen kann.

Ich bin froh, dass in den Anastasia-Büchern auf dieses wichtige Thema des „Judenhasses“, näher eingegangen wird, um künftige Pogrome zu verhindern und Frieden für alle zu schaffen. Auch wenn durch die Beleuchtung dieses Schatten die Gefahr besteht, missverstanden zu werden, ist es wichtig, sich gesellschaftlich damit zu befassen.

Mögliche Gründe für den Antisemitismus-Vorwurf im deutschen Sprachraum

1.) Ein Grund warum Anastasia im deutschen Sprachraum so manche Gemüter erhitzte, könnte sein, weil sie ein Thema berührt, mit welchem viele Deutsche noch nicht versöhnt sind. Die Taten der Nationalsozialisten haben bekanntlich ein großes gesellschaftliches Trauma hinterlassen.

2.) Ein anderer Grund könnte sein, dass es in der Vergangenheit in der deutschsprachigen Anastasia-Szene scheinbar Personen gab, welche den Holocaust anzweifelten. Ich selbst habe zwar noch nie in meinem Leben jemanden sagen hören, dass es den Holocaust nicht gegeben hätte, aber ich glaube es den Kritikern, dass es ein paar solcher Irrsinnigen auch unter den Anastasia-Lesern gibt bzw. gab, zumal ich bereits selbst von jemandem, der behauptete, die Bücher gelesen zu haben, die Aussage vernahm, „er könne nicht erkennen, dass es den (Antisemitismus) wirklich gibt“, was für mich einer extremen Realitätsverweigerung nahe kommt.

Das Absurde daran ist, dass wenn solche angeblichen Anastasia-Leser, solch unsinnigen Aussagen tätigen, sie damit den Inhalten der Anastasia-Bücher völlig widersprechen! Denn in den Büchern wird nicht nur die Tatsache des Holocausts mit Millionen ermordeter jüdischer Menschen faktisch bestätigt („Nicht einer, nicht Hunderte, nicht Tausende Menschen kamen um, es waren Millionen, die in diesem kurzen Zeitraum brutal ermordet wurden.“ – Anastasia Band 6, Kapitel 6), sondern auch die Dringlichkeit, dem Problem des Antisemitismus entgegen zu wirken. Wegen ein paar „Verrückten“ kann so dem Ansehen der Bücher enormer Schaden entstehen, das finde ich sehr traurig…!

3.) Zu guter Letzt könnte ein Grund, warum Anastasia von manchen Menschen offenbar missverstanden wurde, jener sein, dass Anastasia in der deutschen Übersetzung mitunter weniger liebevoll und insgesamt kühler rüberkommt als im russischen Original oder auch im Vergleich zur englischen Übersetzung von John Woodsworth.

Vielleicht erklärt das auch, zumindest teilweise, warum es in Russland und im englischsprachigen Raum keinen „Antisemitismus“-Vorwurf gibt, im deutschen Sprachraum hingegen schon.

Im englischsprachigen Wikipedia-Artikel z.B. findet sich nichts über „Antisemitismus“, stattdessen steht dort über die Bewegung und die Bücher:

„The books that the movement relies upon offer a holistic worldview teaching about humanity’s relationship with nature, God and the universe, the creation of the world, the power of thought in modelling the future, cyclical eschatology, relationships between men and women, and education.“ (4)

(„Die Bücher auf die sich die Bewegung stützt, lehren eine ganzheitliche Weltsicht über die Beziehung der Menschheit zur Natur, zu Gott und zum Universum, über die Erschaffung der Welt, die Kraft des Denkens bei der Modellierung der Zukunft, die zyklische Eschatologie, die Beziehungen zwischen Männern und Frauen, sowie über Bildung.“)

Ich habe auf die Problematik der deutschen Übersetzung schon vor Jahren hingewiesen und diese klar benannt. (5) Unabhängig davon, ob die deutsche Übersetzung hier eventuell zu einem Missverständnis beitrug oder nicht (was meiner Meinung nach kaum möglich ist, wenn man alle Kapitel zum Thema Juden in Band 6 und Band 7 liest), kann sich jeder selbst davon überzeugen, dass der Inhalt der Anastasia-Buchreihe sicher NICHT antisemitisch gemeint sein kann.

Die Anastasia-Bücher erfreuen sich auch in Israel zunehmender Beliebtheit

Selbst ohne die Bücher je gelesen zu haben, kann jeder, der logisch denken kann, sehen, dass der Vorwurf des Antisemitismus auf einem Fundament aus Sand fußt. Warum? Schon allein wegen der Tatsache, dass alle 10 Bände in Israel offiziell auf Hebräisch publiziert sind und dort von begeisterten, jüdischen Lesern, gelesen werden! (6) Auch gibt es eine Facebook Fanseite namens „אנסטסיה – יישוב נחלות שושלתיות“, übersetzt in etwa: „Anastasia – Familienlandsitzsiedlung“ und es gibt Facebookgruppen, wie zum Beispiel „קהילת אנסטסיה | גני מולדת – Сады Родины“, übersetzt in etwa: „Anastasia Gemeinschaft | Heimatgärten“

Alle 10 Anastasia-Bände gibt es in Israel auf hebräisch
Alle 10 Anastasia-Bände gibt es in Israel auf hebräisch

Sind Juden nun selbst zu Antisemiten geworden? Natürlich nicht. Es ist an der Zeit die Dinge zu hinterfragen und nicht blindlings diversen Medienberichten oder angeblichen „Fachstellen“ zu glauben, sondern selbst zu denken und die Anastasia-Bücher selbst zu lesen!

Ich habe zeit meines Lebens noch nie antisemitische Gefühle oder Gedanken gehabt. Wenn die Anastasia-Bücher Antisemitismus propagieren würden, würde ich das vehement kritisieren. Ich bin jemand, der will, dass wir Menschen, in Liebe und Frieden, das Paradies auf Erden wieder herstellen. Jeder dort, wo er es am besten kann. Das kann jedoch meines Erachtens nach nur gelingen, wenn wir bereit sind, den Fakten und Tatsachen ins Auge zu sehen, die eigene Meinung auf ihren Sinn und Unsinn zu überprüfen, sowie miteinander in den Dialog zu treten.

Die Juden sind ein auserwähltes Volk?

Es ist eine Tatsache, dass bis heute der Anteil der Juden unter den Superreichen der Erde extrem hoch ist, was manche durchaus neidisch macht. 2016 waren 106 von 540 Milliardären in den USA Juden. Obwohl nur etwa 2 % der Amerikaner Juden sind, waren fast 20 % der amerikanischen Milliardäre Juden. (7), (8) Doch wie Anastasia bereits klarstellte, sind Neid und Missgunst völlig unnötig, denn „In der okkulten Welt leben ALLE (Menschen) durch Betrug. Also lohnt es sich überhaupt zu bewerten, wer mehr hat als die anderen?“

Eine andere, viel relevantere Tatsache scheint zu sein, dass ein nicht geringer Teil jüdischer Menschen, eine Weltsicht inne hat, die meiner Meinung nach als problematisch eingestuft werden könnte. Gemäß einer kürzlich getätigten Umfrage, stimmt in Israel nämlich noch eine satte Mehrheit von 56 Prozent der Aussage zu „die Juden seien ein von Gott auserwähltes Volk“. (9)

Es ist wichtig, sich an dieser Stelle bewusst zu machen, dass es eben auch 44 Prozent gibt (und das sind eben auch sehr viele), welche diese Ansicht der „Auserwähltheit“ zum Glück NICHT teilten! Und die Hoffnung bleibt, dass es ein anderes Resultat bei jener Umfrage gegeben hätte, wenn die Aussage „Wir sind ein auserwähltes Volk…“, um folgende Worte ergänzt worden wäre:“… und deshalb zählt unser Leben mehr als das von anderen Völkern und Menschen.“

Nur jener Teil der jüdischen Menschen, der solche Aussage dann noch immer bejaht hätte, stellt eine Gefahr für eine friedliche Gesellschaft und ein friedliches Zusammenleben etwa mit den Palästinensern dar.

Religionsprofessorin Francesca Albertini beobachtete bereits, dass die Überlieferung von der „Auserwähltheit“ in Israel mitunter auch politisch missbraucht wird. So fühlten sich etwa radikale Siedler von Gott „auserwählt“, für das jüdische Volk heiliges Land zu besetzen. Die Bibel-Expertin spricht von einer Fehlinterpretation der jüdischen Quellen: „Hier werde die Auserwähltheit nicht als biblische Verpflichtung verstanden, sondern als biblischer Anspruch, als Privileg.“

Ich denke, dass Juden, welche eine derart überhebliche Überzeugung an den Tag legen, womit sie zum Beispiel die Annexion neuer Gebiete rechtfertigen, tatsächlich von vielen Menschen als „schuldig“ angesehen werden. Dabei sollte klar sein, dass jeder Mensch, der überheblich denkt und handelt, ob Jude oder nicht, Verantwortung trägt und entsprechende Konsequenzen erleben wird. Was man sät, wird man auch ernten.

Meine Position gegenüber „den Juden“

Ich habe nichts gegen „die Juden“. Im Grunde genommen gibt es für mich gar nicht „die Juden“, denn ich bin kein Freund von Pauschalisierung. Für mich gibt es per se auch nicht „die Deutschen“, „die Österreicher“, „die Anastasia-Leser“, „die Christen“, „die Moslems“, „die Fleischesser“, oder „die Veganer“, um hier ein paar wenige Beispiele zu nennen. In jeglichen Gruppierungen, findet sich mit zunehmender Größe eine Vielzahl an unterschiedlichsten Charakteren, sowohl jene, die auf Vernunft und Liebe setzen, als auch jene, die Unfrieden stiften.

Einige der besten und herzlichsten Menschen, die ich je kennenlernen durfte, kommen aus einer jüdischen Familie und leiten ein wunderbares Aufforstungsprojekt in Indien. (10) Auch finde ich es beeindruckend, wie stark die vegane Bewegung sich in Israel in den letzten Jahren etabliert hat, angestoßen durch den berühmten Vortrag des jüdischen Tierrechtsaktivisten Gary Yourofsky – „The Most Important Speech You Will Ever Hear“

Durch ihn und viele Menschen, die er inspirierte, hat Israel mittlerweile die wahrscheinlich größte vegane Bewegung der Welt. (11)

Wogegen ich jedoch sehr wohl etwas habe, ist die gefährliche Ideologie, der zumindest ein Teil der jüdischen Bevölkerung anzuhängen scheint, nämlich dass sie von Gott auserwählt und damit mehr wert seien als andere (nicht-jüdische) Menschen. Gegen solche Überlegenheitsansprüche sollte man sich nicht nur als Jude, sondern auch als Nicht-Jude, unbedingt aussprechen dürfen, ohne dabei gleich als antisemitisch diffamiert zu werden.

Ich finde es daher zwar begrüßenswert, wenn der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz und Bundespräsident Alexander Van der Bellen beide „keine Toleranz gegenüber Antisemitismus“ fordern. Doch finde ich es wichtig, dass der Dialog und gesellschaftliche Diskurs über die Ursachen des Antisemitismus, sowie berechtigte Kritik, zum Beispiel an der Politik Israels gegenüber Palästina, dabei nicht zum Erliegen kommt, vielleicht aus Angst, vorschnell einen Antisemitismus-Stempel aufgedrückt zu bekommen.

Das Problem ist nämlich, dass wenn man über etwas nicht sprechen darf, es im Verborgenen gedeihen und sich dadurch womöglich noch verschlimmern kann. Es sollte daher eine rege, sachliche Diskussion über die Gründe des „Judenhasses“ geben und ganz wichtig dabei finde ich, die Bewusstmachung, dass eine Teilverantwortung für Gewalt in unserer Welt, bei jedem einzelnen Menschen zu finden ist.

Dies ist auch ganz im Sinne von Anastasia, die Wladimir einmal klar zu machen versuchte, dass wenn er gegen den Terrorismus sei, er besser erst einmal bei sich selber anfangen möge und zunächst den Terror gegen seinen eigenen Körper beenden möge. Sie machte ihm dabei unmissverständlich klar, wie er mit seinem Sucht-Rauchen seinen Körper täglich terrorisiert und damit zum weltweiten Terror beiträgt, zumindest ein kleines Stück weit.

Passend dazu muss ich an Mahatma Gandhi denken, der einst schön ausdrückte, worum es geht:

„Es gibt keinen Weg zum Frieden … Friede ist der Weg!“

Wir können „den Juden“ und auch allen anderen Menschen helfen, indem wir selbst sukzessive ein Teil der Lösung werden, anstatt ein Teil des Problems zu sein. Anstatt mit der eigenen Lebensweise weiter Gewalt und Hass zu fördern, können wir unser Leben friedlicher gestalten, vorhandene Vorurteile überwinden und für Frieden und Brüderlichkeit einstehen. Wir können „das Gemeinsame vor das Trennende stellen“, wie es Alexander Van der Bellen treffend ausdrückte.

Es ist Zeit, Schöpfer zu sein und die Gewalt zu beenden

Weiters finde ich es wichtig, dass jeder Einzelne den Schritt vom Opfer-Bewusstsein ins Schöpfer-Bewusstsein vollzieht. Damit meine ich, dass wir anerkennen sollten, dass jeder, der das hier liest, ein Schöpfer ist. Ob Jude, oder Nicht-Jude. Es mag sein, dass wir in bestimmten Situationen das Opfer waren, doch es ist ebenso richtig, dass wir als Menschen die Wahl haben, bewusst über unser Leben zu bestimmen. Wir sind Teil dieser Gesellschaft und somit mit-verantwortlich für die Welt, in der wir leben.

Ich kann also – ja muss sogar – bei mir selbst anfangen und mich fragen, wo ich Gewalt in meinem eigenen Denken und Handeln anwende. Wo bin ich noch „Terrorist“? Habe ich mich abhängig von Zigaretten gemacht? Wie halte ich es mit Alkohol und anderen giftigen Substanzen? Sind meine Lebensmittel friedlichen Ursprungs oder versteckt sich dahinter ein Blutbad? Wie gehe ich mit meinem Nachbarn um, wie mit meinen Liebsten? Wo verurteile ich andere und schiebe ihnen die Schuld zu, anstatt mich zu fragen, wo ich Mitverantwortung trage und was ich tun kann, um eine friedliche Lösung herbeizuführen.

Auf dem Weg zu EINER Menschheitsfamilie – Schritt für Schritt

Ich persönlich fände es schön, wenn wir Menschen über die Generationen wieder zu einer Familie, zu einem Volk werden, so wie es laut Anastasia einmal war. Dass Anastasia diesen Wunsch auch hegt und sehr deutlich für „Unity“ und für EINE Menschheitsfamilie steht, wird offensichtlich, wenn ich folgende Zitate von ihr lese:

„Alles kam vom Einen, das heißt wir sind alle Brüder. Weil das in Vergessenheit geraten ist, kämpfen die Völker gegeneinander und töten mit den ‚Feinden‘ im Grunde ihr eigen Fleisch und Blut.“ – Anastasia, Band 10, Kapitel 27 (Übersetzung von mir leicht präzisiert)

„Die Leitbilder Christi und Mohammeds werden die Energien, die von ihnen ausgehen, immer mehr zu einer Einheit verschmelzen, und die Leitbilder anderer Propheten und Gottgesandter werden folgen.“ – Anastasia Band 4, Kapitel 23 

Ich hoffe, dass ich mit meinem Schreiben ein bisschen inspirieren und aufklären konnte. Wer tiefer in die Materie einsteigen möchte, dem empfehle ich die Anastasia-Bücher selbst zu lesen.

Und allen, welche sich vielleicht von diesem Artikel berührt oder betroffen fühlen, im Positiven wie im Negativen, möchte ich noch folgendes Zitat mit auf den Weg geben, welches eines meiner Lieblingszitate ist. Als Quelle wird meist der Talmud angegeben, aber da die ursprüngliche Quelle des Zitats ungeklärt ist, gebe ich hier weiters keine an.

„Wir sehen die Dinge nicht wie sie sind – wir sehen die Dinge wie wir sind!“

In diesem Sinne, möge dieses Zitat helfen unser aller Bewusstsein und unsere Herzen zu läutern.

Geschrieben von Stefan Wolf

Anmerkung Weda Elysia:

Der Artikel wurde von uns ein wenig gekürzt. Den vollen Artikel finden Sie hier

Legende:

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(1) Anastasia Band 7(Die Energie des Lebens), Kapitel 4

(2) https://www.deutschlandfunk.de/antisemitismus-in-deutschland-woher-der-hass-kommt.724.de.html?dram:article_id=418783

(3) https://www.infosperber.ch/Politik/Israel-Juden-Umfrage-auserwahltes-Volk

(4) https://en.wikipedia.org/wiki/Ringing_Cedars%27_Anastasianism

(5) https://www.loveproductions.org/deutsch/raum-der-liebe/gegen%C3%BCberstellung/

(6) http://anastasia-online.weebly.com/ und https://vmegre.com/en/events/?name=Israel

(7) http://www.forbes.co.il/rating/list.aspx?en6v0tVq=FK

(8) https://www.forbes.com/sites/chasewithorn/2016/03/01/the-full-list-of-every-american-billionaire-2016/

(9) https://www.infosperber.ch/Politik/Israel-Juden-Umfrage-auserwahltes-Volk

(10) https://sadhanaforest.org

(11) https://www.independent.co.uk/travel/middle-east/vegan-food-tel-aviv-best-restaurants-israel-vegetarian-friendly-port-capital-meshek-barzilay-orna-a8036081.html